Die Trauer um den Verlust von Momo war bei uns allen sehr groß. Das Haus war auf einmal so leer, kein Kater brachte uns den Ball zum Spielen. Vorbei die Zeiten als Momo sich Streicheleinheiten abholte. Immer wieder der Blick auf sein leeres Katzenbett - aber er kam nicht wieder.

Während wir uns über unseren verlorenen Liebling unterhielten, kam immer wieder die Diskussion auf, dass wir vielleicht eine andere Katze zu uns holen sollten. Nicht dass irgendeine Katze (und sei sie noch so lieb) unseren Momo ersetzen könnte, aber man könnte die Neue ja auf ihre eigene Weise gern haben. Schliesslich reifte der Entschluss, eine Katze oder einen Kater zu uns zu nehmen. Damit das neue Familienmitglied nicht so alleine sein musste, einigten wir uns auf zwei Katzen. Jetzt ging die Suche los!

Wir waren schon fast auf dem Weg ins Tierheim, als wir von einer Bekannten hörten, dass es auf einem Bauernhof in Jarezöd (Kreis Rosenheim) viele neue Kätzchen gäbe. Wir fuhren zu dem Bauernhof und sahen die 4 Kätzinnen mit ihren Jungen über die Wiese tollen. Sie wuchsen alle im Freien auf, manche unter einem Holzstoß. Wir konnten uns zwei kleine Kater (5 Wochen) aussuchen und wollten sie reservieren lassen, bis sie mit 12 Wochen groß genug zur Abholung sind.

Der Bauer meinte allerdings, dass sie bereits feste Nahrung zu sich nähmen und deshalb sofort mitgenommen werden müssten. Auf die Vorhaltungen, dass die Kätzchen ihre Mutter noch bräuchten, reagierte er mit dem Satz, dass "sie dann halt nicht mehr da wären". Wir wussten nicht so recht, wie das gemeint war, merkten aber, dass die Kleinen lästig waren. Wir entschlossen uns deshalb, die beiden Kater sofort mitzunehmen und bei uns aufzuziehen.

So kamen Indy und Sushi zu uns!

Die beiden waren herzallerliebst und passten noch komplett auf meine Handfläche. Sie waren ziemlich dürr, hatten tränende Augen, Durchfall (sie bekamen auf dem Bauernhof nur Kuhmilch!) und andauernd Schnupfen. Zuerst einmal zum Tierarzt und die Beiden untersuchen lassen. Dann wurde ihnen ihr Heim eingerichtet. Einen zweiten Katzenkorb bekamen wir von meiner Mutter geschenkt und auch der Rest war schnell angeschafft.

Indy und Sushi sahen identisch aus, lediglich an den schwarzen Strichen auf der linken Backe konnte man sie unterscheiden : Indy hatte zwei parallele Striche, Sushi einen Y-förmigen. Später lernten wir sie an ihrem Charakter und Verhalten besser zu unterscheiden.

Name: Indy (Indiana Jones)
Spitzname: Sir, wegen seiner zurückhaltenden, überlegenen Art
Geschlecht: Kater, kastriert
Rasse: Europäisch Kurzhaar, braun/schwarz getigert
Geboren: Mai 2008
Woher: Im Juni 2008 von einem Bauernhof bei Jarezöd/Oberbayern
Gewicht: 4,0 kg (12 Monate)
4,7 kg März 2010

Indy ist ein edles Tier, ein "Aristokrat". Immer zurückhaltend und mit gemessenen Bewegungen ist er Herr über jede Situation. Er entwickelte auch Muttergefühle für Sushi, dem es mit seinem Schnupfen schlechter ging und leckte ihn ganz oft ab oder kuschelte sich zu ihm. Indy schmust nicht sehr gerne auf dem Sofa oder dem Boden, er lässt sich nur auf dem Schreibtisch im Keller innig liebkosen. Nun denn, kein Problem, ich sitze ja öfters am Rechner! Indy ging auch gerne auf Freigang, kehrte aber meist nach 2-3 Stunden zurück. Er wäre der ideale Kater für eine kleinere Wohnung mit wenig Auslauf, weil er ausgiebig schläft.

Link zu Indy's Fotoalbum

 

Name: Sushi
Geschlecht: Kater, kastriert
Rasse: Europäisch Kurzhaar, braun/schwarz getigert
Geboren: Mai 2008
Woher: Im Juni 2008 von einem Bauernhof bei Jarezöd/Oberbayern
Verstorben: Im März 2009 durch einen Verkehrsunfall

Sushi war der etwas kleinere Kater, der aber überaus lebhaft war. Wenn es etwas zu erkunden oder anzustellen gab, war Sushi immer der Erste. Er war ein ausgesprochenes Schmusetier, der vor allem Margret sehr ins Herz geschlossen hatte. Er liebte es, nachts bei Margret auf dem Kopfkissen zu liegen und schmiegte sich wie ein "Schal" an ihren Hals. Beim Freigang war er immer ausgiebig unterwegs, kam aber ebenfalls nach 2-3 Stunden wieder nach Hause. Wir legten Wert darauf, dass die beiden nicht zu lange herumstreiften, das Erlebnis von Momos Tod saß zu tief.

Und dann, am 17.3.2009 gegen 8:oo Uhr läutete unsere Nachbarin vom Blumengeschäft bei uns und sagte Margret, dass ein Auto eben unseren Sushi totgefahren hätte. Sie brachte ihn in einer Pappschachtel zu uns und wir begruben ihn neben Momo. Indy und Streusel waren jetzt ganz allein und suchten noch tagelang nach Sushi.

Ich hatte jetzt endgültig die Schnauze vom Freigang voll! Jede Sekunde bangte ich um meine Kater, wenn sie unterwegs waren. Diese Angst wirkte blockierend. Ich wollte ihnen allerdings auch nicht den Garten vorenthalten - sie saßen jeden Morgen vor der Terrassentür und maunzten kläglich, weil sie raus wollten.

Jetzt war die Idee der Freigangbeschränkung durch einen Katzenzaun geboren und die Recherchen im Internet und im Bekanntenkreis begannen. Hierüber gibt es ein eigenes Kapitel, ich möchte meine Erfahrungen mit Euch teilen.

Link zu Sushi's Fotoalbum