Der Cubietruck hat 8GB internen NAND-Flash-Speicher, auf dem ein Betriebssystem installiert werden kann. Hierzu ist nicht einmal eine SD-Card erforderlich, man kann es über den PC per USB-Verbindung aufspielen. Bei der Auslieferung ist Android installiert, damit man gleich ein Erfolgserlebnis hat. Für meine HomeAutomation benötige ich jedoch Debian. Die Installation wird im Folgenden beschrieben.

 

Benötigte Software laden

Für den Windows-PC muss die PhoenixSuit 1.8 heruntergeladen werden. Sie ermöglicht die Installation des Betriebssystem-Images auf dem NAND-Flash des Cubietruck: Download

Ein Betriebsystem-Image wählen und herunterladen: Download
Ich habe mich für Debian Debieez entschieden, weil es dem Raspbian des Raspberry Pi sehr ähnlich ist. Angeboten werden Debian, Cubian, Lubuntu, Ubuntu und Fedora. 

 

Installation der PhoenixSuit

Bei mir wurde die PhoenixSuit auf einem Windows7/64-PC installiert. Während der Installation werden einige Treiber installiert, welche nicht signiert sind. Man muß also die Warnfenster von Windows jeweils explizit beantworten. Alle Treiber sind zu installieren! Sollte die Version veraltet sein, schlägt die PhoenixSuit einen Update vor. Dieser ist durchzuführen!

 

Installation des Betriebssystem-Images

PhoenixSuit auf dem PC aufrufen:

Start PhoenixSuit

Cubietruck über mitgeliefertes OTG-USB-Kabel mit einem USB2.0-Port des PC verbinden. Im Moment noch nicht das USB-Kabel am PC einstecken! So sieht es später aus: 

OTG-Verbindung

Vor dem Einstecken des Kabels am PC ist der FEL-Taster am Cubietruck zu drücken und festzuhalten:

FEL-Taste

Nach dem Einstecken des USB-Kabels am PC noch etwa 3 Sekunden warten (bis der Signalton des PC für die erfolgte Treiberinstallation zu hören ist) und die FEL-Taste loslassen. Jetzt ist das Board bereit zur Programmierung. Mit der Maus auf den Button "Firmware" klicken und dann das benötigte Image auf der Festplatte des PC auswählen:

Auswahl der Image-Datei

Anschließend auf den Button "Update" klicken, die Programmierung beginnt. Mit "Ja" bestätigen:

Als Antwort den Button "Nein" klicken um den normalen Upgrade-Modus zu verwenden:

Jetzt wird das Image auf den NAND-Flash übertragen:

Der Verlauf der Programmierung

Abschließend noch mit "OK" bestätigen:

Ende bestätigen

Jetzt wird der Cubietruck abgesteckt. Das Flashen des NAND-Speichers dauert etwa 9 Minuten.

 

Cubietruck in Betrieb nehmen

Jetzt ist es an der Zeit, das neu installierte Betriebssystem zu erproben. Nach dem Abstecken des Boards vom PC werden folgende Verbindungen hergestellt:

  • Maus an USB-Host-Port 1 des Cubietruck anstecken
  • Tastatur an USB-Host-Port 2 des Cubietruck anstecken
  • Monitor an HDMI-Buchse des Cubietruck (HDMI-DVI-Kabel erforderlich) anstecken
  • Eventuell noch vorhandene SD-Card entnehmen
  • Stromversorgung des Cubietruck über das mitgelieferte USB-Kabel mit dem Steckernetzteil (5V/2A) verbinden

Jetzt bootet der Cubietruck das neue Betriebssystem, die X11-Grafikoberfläche erscheint und man kann sich anmelden. Die Anmeldedaten für das Betriebssystem Debieez lauten:

User Passwort
cubie cubieboard
root cubieboard

 Wer möchte, kann Maus und Tastatur auch über einen USB-Hub anschließen.

 

Erstkonfiguration des Betriebssystems

Nach dem Booten des Systems sollten einige Konfigurationen vorgenommen werden:

  • Anpassen Tastatur-Layout (das Image ist für englische Tastaturen erstellt)
  • Anpassen der Zeitzone
  • Auswahl X11-Oberfläche oder Terminalbetrieb
  • Anpassen der Netzwerkparameter
  • Ändern der Passworte für "root" und "cubie"
  • Update des Betriebssystems

Hierzu meldet amn sich als Benutzer "root" an, öffnet ein Terminalfenster und gibt die folgenden Kommandos ein:

Analog dem Raspberry Pi gibt es ein Konfigurationskommando: 'cubie-config'. Hiermit kann man einige Parameter, z.B. das Keyboard, einstellen. Mit folgenden Debian-Kommandos geht das auch:

Keyboard-Layout ändern:
# dpkg-reconfigure keyboard-configuration

Anpassen der Spracheinstellungen:
# dpkg-reconfigure locales

Anpassen der Zeitzone:
# dpkg-reconfigure tzdata

Anpassen der Bildschirauflösung:
editieren der Datei  /boot/uEnv.txt und anschließender Reboot

 

Hostname anpassen

Der Hostname im Image ist auf 'cubieez' voreingestellt. Mit dem Editor wird die Zeile mit diesem Hostnamen gesucht und gegen den gewünschten neuen Namen ausgetauscht:

# nano /etc/hostname

127.0.0.1 cubieez
::1 localhost ip6-localhost ip6-loopback
fe00::0 ip6-localnet
ff00::0 ip6-mcastprefix
ff02::1 ip6-allnodes
ff02::2 ip6-allrouters

 

Statische IP-Adresse einstellen

Ein Server sollte immer eine feste IP-Adresse erhalten (kein DHCP). Dies ist im Debian-Image bereits vorkonfiguriert. Nach dem Boot hat der Cubietruck eine 192.168.178.150 Adresse. Ich verwende hausintern ein Class-A-Netzwerk mit 10er-Adressen, hierfür muss die Datei mit dem Editor angepasst werden:

# nano /etc/network/interfaces

iface eth0 inet static
address 10.0.0.17
netmask 255.255.0.0
gateway 10.0.0.253

Als Gateway wird die IP-Adresse des DSL-Routers (z.B. Fitz!Box) eingetragen. Verwendet hier bitte Eure Netzwerkparamenter.

 

DNS-Server eintragen

Im eigenen Netz kann als DNS-Server immer der eigene DSL-Router verwendet werden, welche zur Namensauflösung auf die DNS-Server des Providers zurückgreift. In meinem Fall:

# /etc/resolv.conf

nameserver 10.0.0.253

 

Aktualisieren des Betriebssystems

Zuerst werden die Paketlisten aktualisiert und mit dem zweiten Befehl die Pakete auf den neuesten Stand gebracht:

# apt-get update

# apt-get dist-upgrade

Das kann einige Minuten dauern. Anschließend rebooten!

 

Weiteres Vorgehen

Der Cubietruck ist jetzt bereit für seine eigentlichen Aufgaben. In den Folgedokumenten sind folgende Funktionen beschrieben:

  • Verwenden einer SATA-Festplatte für das Root-Dateisystem
  • Installation eines LighttpD-Webservers mit PHP5 und SQLite3
  • Cubietruck als HomeAutomation Server einsetzen

 

Links

http://dev-blog.sebastiankoch.de/